Der Deutsche Kinderschutzbund, Kreisverband Schleswig-Flensburg e.V., unterstützt und fördert streit:fair seit 15 Jahren. Durch Mediation werden mit Hilfe geschulter Konfliktmoderatoren Streitigkeiten zwischen Kindern und Jugendlichen untereinander oder mit Erwachsenen beigelegt.

Das sehen wir als einen wichtigen Beitrag zum Kinderschutz an, denn faire Konfliktlösung verhindert von vorn herein, dass Kinder und Jugendliche zu Opfern unfairer Lösungen werden.

Außerdem breitet sich die faire Konfliktlösung in der Gesellschaft aus und trägt im Laufe der Zeit dazu bei, auch ohne die unmittelbare Hilfe eines Konfliktmoderators in Familien, Schulen und Vereinen Streitigkeiten mehr und mehr auf friedliche und konstruktive Art zu lösen.

Nur so lassen sich die vorteilhaften Win-Win Lösungen* oder tolle Synergieeffekte** erzielen.

*    (Beide Seiten profitieren)
** 
(Beide zusammen erreichen etwas, was einer alleine nie geschafft hätte)

Kontaktdaten

Hotline 0152 - 05706019

Meike Siemen

0171 5319 510

(Projektkoordination)
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kreis Schleswig-Flensburg
Kinder- und Jugendschutz
Flensburger Straße 7
24837 Schleswig

Deutscher Kinderschutzbund
Kreisverband Schleswig-Flensburg
Gallbergschule
24837 Schleswig
Tel. 04621-28400

»streit:fair« wird gefördert durch:

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren Schleswig-Holstein
- Landesinitiative Bürgergesellschaft -

Landesrat für Kriminalitätsverhütung ·

Gemeindetag Schleswig-Holstein ·
Kreisverband Schleswig-Flensburg

die Ämter Kropp-Stapelholm, Oeversee, Arensharde und die Gemeinde Harrislee

Deutscher Kinderschutzbund, Kreisverband Schleswig-Flensburg e.V.·

Kreis Schleswig-Flensburg _ Kinder- und Jugendschutz -

Vor 10 Jahren:
5 Jahre streit:fair

Vom Modellversuch zum Vorzeigeprojekt!
Ein Gemeinwesenmediationsprojekt wird 5 Jahre alt.

Auszüge aus dem Text von Ulrike Prinz-Knutzen (streit:fair)

„streit:fair“ – ein Gemeinwesenmediationsprojekt im Kreis Schleswig-Flensburg – feierte am 19. Juni 2010 im Bürgersaal des Kreishauses in Schleswig sein 5-jähriges Jubiläum.

Vertreter aus Politik, Jugendschutz, Kinderschutz, sozialen Bereichen und Interessierte kamen.

Die 18 ehrenamtlichen Mitarbeiter von streit:fair wurden 2005 durch ein Auswahlverfahren, wobei die soziale Verankerung in der eigenen Gemeinde eine große Rolle spielte, gefunden. Träger dieses Projektes ist der Kinderschutzbund mit finanzieller Unterstützung vom Kreis und den Ämtern, dem Innenministerium Kiel und dem kriminalpräventiven Rat. 120 Stunden Ausbildung bekamen die ehrenamtlichen Mediatoren vom Institut Inmedio Berlin.

Allein der Begriff „Mediation“ war und ist für viele Mitbürger fremd und neu. Auch die Tatsache, sich bei Konflikten helfen lassen zu können, ist für viele noch wenig vorstellbar. Dennoch hat die Arbeit gefruchtet, insgesamt 300 statistisch erfasste Konflikte sind in den vergangenen fünf Jahren von uns bearbeitet worden. Jetzt können wir sagen:„Wir haben laufen gelernt“. Auch das Team von 18 Mitarbeitern aus den verschiedenen Ämtern ist in dieser Stärke erhalten geblieben. Und auch in Zukunft nehmen wir gerne ausgebildete und interessierte Mediator/innen auf.

Der Anrufbeantworter der Hotline wird regelmäßig von der Projektkoordinatorin abgehört und die Anfragen dann an die Mediator/innen weitergeleitet. Oft werden Einzelberatungen gewünscht, die der hilfesuchenden Person schon Stütze (genug) geben, ihren Konflikt selbst zu lösen oder anzugehen.

Herr Greykowski vom Kinderschutzbund sagt: „Streit ist eine ungeliebte Form der Auseinandersetzung. Am ehesten wird er mit dem Wort „vermeiden“ in Zusammenhang gebracht. Konflikte sind durchaus auch positiv zu sehen, was oft verkannt wird, denn Konflikte gehören zum Alltag und haben das Potenzial, Menschen zum Dialog anzuregen“. Hier werden wir Mediatoren/innen wichtig, um den Konfliktparteien hilfreich zur Seite zu stehen oder auch um nur einer Konfliktpartei mit einer zielorientierten Einzelberatung.

Zwischen den Programmpunkten stand plötzlich spontan ein Besucher auf, der sich als stellvertretender Bürgermeister einer Gemeinde vorstellte. In dieser Gemeinde hat streit:fair einen Konflikt zwischen Gemeinde, Anwohnern eines Sportgeländes und jugendlichen Nutzern dieses Geländes mediiert. Das ist schon 4,5 Jahre her, aber die damals erarbeitete und von allen Konfliktparteien unterschriebene Vereinbarung funktioniert noch heute, trotz wechselnder Personen (Jugendliche wachsen nach oder widmen sich ihrer Ausbildung). Dafür ist er sehr dankbar und immer noch sehr erfreut, wie nachhaltig diese Mediationsarbeit wirkt. Dieses wollte er einfach mal öffentlich kundtun.

Ljubjana Wüstehube und Dirk Splinter haben mit einem Impulsreferat und einer Live-Mediation eines Fallbeispiels in kurzen Abschnitten vor Ort für den informativen Rahmen gesorgt.

Im Publikum war es mucksmäuschenstill, das Interesse an der Bearbeitung des vorgespielten Falles groß. Nach wohltuender Lösung bekundeten viele der Besucher, dass sie jetzt das Verfahren gut nachvollziehen können, es sich aber ganz anders vorgestellt hätten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen nutzten die Besucher lebhaft die angebotene offene Fragerunde und die Begegnungen mit uns streit:fair Mitarbeitern an den Stehtischen, um auf ihre Fragen Antworten zu bekommen. Schon nach drei Tagen kam aus diesem Rahmen eine Mediationsanfrage an uns.

Fallbeispiel

Hier steht die Konfliktberatung einer Partei durch streit:fair mit (mediativen) Methoden der konstruktiven Konfliktbearbeitung im Vordergrund. Auch wenn die Ausgangssituation einen klassischen Fall für eine Nachbarschaftsmediation vermuten lässt, nimmt die Klärung der Angelegenheit einen unerwarteten Verlauf mit einem Ergebnis, das für beide Parteien offenkundig zufriedenstellend ist, ohne dass es zu einer Mediation mit „zwei Parteien an einem Tisch“ gekommen war. Ein Beispiel für eine Konfliktberatung, die es den Parteien ermöglicht, ihren eigenen Weg zu gehen.

Ausgangssituation:

In einem Dorf im Kreis Schleswig-Flensburg bewohnen zwei Familien angrenzende Grundstücke, die durch einen Knick voneinander getrennt sind. Während Familie A. die Wildhecke als Sicht- und Windschutz zu schätzen weiß, fühlt sich Familie B. durch den Knick sehr gestört, macht er es ihnen wegen des Schattenwurfs doch unmöglich, die Sonne zu genießen. Auch das Laub im Herbst empfindet Familie B. als lästig. Einigungsversuche blieben erfolglos. So war Familie B. davon ausgegangen, dass man sich geeinigt hätte, eine Baumschule mit dem Abholzen des Knicks zu beauftragen. Als die Baumschule den Auftrag ausführen wollte, wurde sie von Familie A. wieder weggeschickt.

Verlauf:

Frau B. hatte von einer erfolgreichen Konfliktvermittlung durch streit:fair gehört und wendet sich an eine Mitarbeiterin des Amtes, die gleichzeitig streit:fair-Mediatorin ist. Da diese am Rande in diesen Konflikt involviert ist, stellt sie den Kontakt zu einer anderen streit:fair-Mediatorin her.

1. Gespräch

Während der Falldarstellung behält die Mediatorin ihre neutrale und allparteiliche Haltung bei und holt Familie A. gedanklich in den Raum (z. B. wie wirkt sich der Konflikt auf Familie A. aus? was stört Familie A. am meisten?). Frau B. äußert die Erwartung, dass streit:fair für sie den Kontakt zu Familie A. herstellt. Die Mediatorin ermutigt Frau B., selbst Kontakt zu Familie A. aufzunehmen. Sie erörtern gemeinsam, welcher Weg der Kontaktaufnahme Frau B. möglich ist.

2. Gespräch

Frau B. berichtet, dass ein telefonischer Kontakt zu Familie A. nicht zustande gekommen ist und dass Familie A. die Tür nicht öffne. Die Mediatorin erörtert mit Frau B. die Frage, was sie tun könne, um Kontakt herzustellen. Frau B. entscheidet sich dafür, einen eigenen Brief zu formulieren, um Familie A. zu einem gemeinsamen Gespräch ohne eine Teilnahme der streit:fair-Vermittlerin einzuladen. Die Mediatorin bittet Frau B., sich in Familie A. hineinzuversetzen und zu überlegen, was (welche Formulierungen) es Familie A. erleichtern könnte, eine schriftliche Einladung zu einem gemeinsamen Gespräch anzunehmen.

3. Gespräch

Frau B. berichtet von einer unerwarteten Reaktion auf ihren Brief. Frau A. macht ihren Einigungswillen sofort deutlich und lädt Frau B. und ihren Mann zu einem gemeinsamen Gespräch ein. Frau A. bittet Frau B., ihrem Mann gegenüber nichts von dem Brief zu erwähnen. Die Angelegenheit bekäme dann eine zu große Bedeutung. Frau A. gibt sich zuversichtlich, dass man sich in einem vernünftigen Gespräch zwischen den Nachbarn einigen werde.

Die Konfliktberaterin arbeitet mit Frau B. die Gesprächssituation durch, indem sie sie ermutigt, Gefühle zu äußern und von sich zu sprechen. Sie ermöglicht eine Einfühlung in die Sichtweise der anderen Partei.

Abschließendes Telefonat

In einem abschließenden Telefonat berichtet Frau B. von einem netten Gespräch zwischen Familie A. und B., das in einer guten Atmosphäre stattfand. Familie B. fand Verständnis für ihr Anliegen und man einigte sich darauf, den Knick zu kürzen. Frau B. bedankt sich bei der Konfliktberaterin von streit:fair für die Unterstützung. Sie habe sich mit ihrem Anliegen bei der Beratung durch die streit:fair-Mitarbeiterin gut aufgehoben gefühlt und glaube nicht, dass dieses gute Ergebnis ohne die Beratung durch streit:fair möglich gewesen wäre.